Von Malmö aus treten wir nun endgültig den Rückweg nach Deutschland an: Auf etwas ungemütliche knapp 20 Seemeilen gegen viel Wind und Welle nach Skanör, unter der Øresundbrücke hindurch (s.o.), folgen die vielleicht schönsten 30 Segelmeilen dieses Törns bis zur Ostspitze von Møns Klint, den berühmten Kreidefelsen der dänischen Insel Møn. SY Blue Layla fliegt auf ihrem Lieblingskurs zum Wind über die Wellen, deren Schaumkronen im Laufe des Tages nun endlich auch kleiner werden. Dazu gibt es Schweinswale – und viele Algen, wir kommen in wärmere Gewässer. Dann folgen noch einmal knappe 20 Seemeilen sonnige Kreuz nach Hesnæs auf Falster, bevor der finale Schlag über die Kadetrinne nach Warnemünde in Angriff genommen wird.

Oben: Skanör. Unten: Die berühmten Kreidefelsen von Møn.

Hesnæs. Ein Lieblingshafen unseres „Heimatreviers“, der beim Sturmhochwasser 2023 völlig zerstört wurde. Er wurde wieder aufgebaut und erst im Juli wiedereröffnet – alles ist superschön geworden, wir freuen uns, wieder hier sein zu können. Hesnæs empfängt uns mit der Wärme, die wir bei unserem diesjährigen Sommertörn vermisst haben – hier scheint die Sonne, es ist windstill und der Strand verführt zum ersten Bad in der Ostsee, das endlich mal keinerlei Überwindung erfordert. Herrlich.

Am nächsten Morgen geht es zum letzten Mal früh los. Erwartungsgemäß vertreibt die starke Morgensonne den Frühnebel (s.o.) rasch, so dass wir bald die Positionslichter ausschalten können.

Nach vier Stunden Fahrt erreichen wir die Kadetrinne mit dem vielen Schiffsverkehr (oben: Tonne Gedserriff, links ein Schiff in der Kadetrinne). Vorschriftsmäßig queren wir das Verkehrstrennungsgebiet im 90°-Winkel, Marschfahrt mit Kurs 180° in Richtung Warnemünde. 

Wenig vorschriftsmäßig verhält sich dagegen das russische Kriegsschiff Stoikiy (Стойкий, s.o./s.u.), eine Mehrzweckkorvette der Stereguschtschi-Klasse der Russischen Marine, die direkt an der Grenze zum VTG zunächst einen langsamen Ostkurs fährt, dann nach Überqueren der Warnemünder Länge eine 180°-Wende vollzieht und weiter direkt am VTG herumlungert. Aus Hohe Düne macht sich unterdessen eine deutsche Korvette der Braunschweigklasse auf den Weg, von Osten kommt die Bamberg der Küstenwache, von Westen die Neustadt, die den Russen schließlich abfängt. Die Neustadt macht den Russen auf seine offensichtliche Verletzung der ColRegs aufmerksam und bleibt in 7 Kabellängen Entfernung auf Tuchfühlung, auch nachdem der Russe erneut mehrfach seinen Kurs ändert. Europa 2026.

Auf dem letzten Seestück schenkt uns der liebe Gott zum Abschluss noch einmal wunderbaren Segelwind. Wir geraten noch fast in eine Seebestattung der Merkur II (s.u.), der wir wegen des Windwinkels schlecht ausweichen können, und legen schließlich zügig in der Hohen Düne an, die uns nach 842,7 Seemeilen entlang der dänischen, norwegischen und schwedischen Küsten nun wiederhat.