Auf der Breite von Marstrand südlich der Insel Tjörn geht das Skagerrak ins Kattegatt über. Angesichts des für die nächsten Tage angekündigten westlichen Starkwindes wollen wir uns östlich hinter der Insel im Stenungssund einquartieren. Eine Marina dort wurde uns empfohlen, sie ist preiswert und angeblich meistens recht leer, vorbuchen kann man nicht. Ein Teil der Crew wollte eigentlich nach Marstrand, aber ein oder zwei ruhige Nächte in einem abgeschiedenen Hafen scheinen uns auch verlockend. Heute deshalb nur ein kurzer Schlag nach Björholmen, was wir noch nicht kennen – einer dieser schönen kleinen Fischerhäfen, von denen es in Bohuslän seit 500 Jahren rund 70 gibt und die heute mit Hotel und Gästehafen einen ruhigen Aufenthalt sicherstellen. Es ist tatsächlich superschön hier und die Fahrt hierher durch den Mollösund (s.o.) macht Spaß.

Als wir ankommen, ist der Gästesteg leer bis auf ein Motorboot, das bald ablegt. Aber kurz darauf sind alle Plätze belegt (s.u.) Und dann rauschen auch schon die ersten Segelboote mit durchtrainierten Crews und perfekt getrimmten Hochleistungssegeln an uns vorbei (s.o.). Da erst dämmert es uns: Morgen findet mit „Runt Tjörn“ die größte Segelregatta Schwedens statt, eine vierstellige Zahl an Booten ist gemeldet, Start und Ziel liegen im Stenungssund... Hektisch versuchen wir, noch einen Liegeplatz für morgen zu bekommen, fast alle Häfen in der Umgebung sind für das Wochenende ausgebucht, nur in Marstrand sind noch 3 von 275 Plätzen frei, einen davon ergattern wir (weiter unten: Björholmen an Morgen und unsere Fahrt durch den Kyrkosund in Richtung Marstrand). 

„Det blåser verkligen idag“ („es bläst heute richtig“) – so begrüsst uns der Skipper der schwedischen Bavaria, die noch an dem von uns vorgebuchten Marstrander Liegeplatz liegt, als wir dort ankommen. Tatsächlich haben wir erst ab 13 Uhr Anspruch auf diesen Platz, aber wir hatten angesichts der Prognose eines im Laufe des Tages zunehmenden Windes – mal wieder – früh abgelegt. Björholmen gefiel uns gut und auch der erste Teil der Stecke durch den malerischen Kyrkosund ist schön (s. weiter oben). Dann müssen wir raus aufs offene Meer. Hier genau verläuft die Seegrenze zwischen Skagerrak und Kattegatt. Der Himmel wird grauer und die See unruhiger, 22kn Wind in der Spitze (s.o.). SY Blue Layla beschleunigt fröhlich (s.u.) – sie liebt solche Bedingungen mehr als die Crew, so dass wir vorhersehbar viel zu früh in Marstrand sind. Die Wartezeit auf unseren Liegeplatz nutzen wir für einen Tankstopp, dann gibt es die bisher beste Kanelbulle dieser Reise und wir freuen uns auf Marstal in einer besonderen Regattawoche mit seglerischem „Eye Candy“.