Wir sind in Norwegen! Die etwas unregelmäßig langen Schläge der vergangenen Tage hatten einen guten Grund: Wir waren auf der Suche nach einem Wetterfenster, das den langen Schlag über das Skagerrak vertretbar erscheinen ließ. Noch immer segeln wir meteorologisch zwischen den Stühlen – eingeklemmt zwischen einem Tief über der nördlichen Nordsee und einem Hoch über Zentraleuropa. In Skagen beobachten wir am Abend, wie mehrere norwegische Segler bei Flaute auslaufen. Sie wollen nicht erst in der Dunkelheit um die Nehrungsspitze Grenen herum navigieren. Wir brauchen aber dringend noch ein paar Stunden Schlaf und möchten gerne mit etwas Wind segeln, so dass wir erst in den frühen Morgenstunden ablegen – mit dem Risiko, dass wir damit möglicherweise an der norwegischen Küste auf deutlich mehr Wind und Regen treffen (und tatsächlich sollten wir zur Begrüßung eine ordentliche kosten- und duschmarkenfreie Dusche und Bootsreinigung an der norwegischen Küste abbekommen). Glücklicherweise erleuchtet der Mond die sternenklare Nacht, und mithilfe des Leuchtturms Skagen, der beleuchteten Gefahrentonnen und des elektronischen AIS, das uns die Kurse der vielen Berufsschiffe zuverlässig anzeigt, kommen wir sicher um das Skagenriff und am Verkehrstrennungsgebiet Skagen vorbei ins Skagerrak.

Oben: Skagen am sehr frühen Morgen.

Oben: Viele Schiffe, die auf dem Weg von der/in die Nordsee sind. Unten: Das Kreuzfahrtschiff Aidabella, auf dem Weg nach Island, ändert unseretwegen vorschriftmäßig seinen Kurs.

Oben: Unsere einzige Begegnung mit einem anderen Segler, SY Laurin auf dem Weg von Skagen nach Kristiansand. Darunter: Auf der Seegrenze zwischen Dänemark und Norwegen weicht der Dannebrog unter unserer Saling dem Norges flagg. Unten: Arendal, unser erster norwegischer Hafen und der vorgelagerte Leuchtturm Store Torungen begrüßen uns mit Regen.